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Mark Stamer Killerwallride am 20 Meter hohen Wallride
Foto: © Christoph Böttcher


Prell vergewaltigt das Rail
Foto: © Kai Mitterdiami



GH Tour Hamburg

„Hamburg ist immer eine Reise wert!“ Das dachte sich auch ein überregional operierender Skateshop aus dem Taunus, und so bildete das Tor zur Welt den Auftakt der Grindhouse Wintertour`03/`04. Wettertechnisch machte der Goldene Oktober seinem Namen alle Ehre und so traf man sich am frühen Nachmittag im Sonnenschein vor der I-Punkt-Halle. Wer nach dem schütteln bekannter und weniger bekannter Hände in freudiger Erwartung auf eine gute Session die Halle betrat stellte beeindruckt fest: -Die Bude war so richtig voll!!-.

Die von Grindhouse abgeordneten Teamfahrer Daniel Prell, Andreas Wagenblast und Matt Ogger machten zusammen mit den Locals und einem Teil der angereisten Meute die Halle unsicher. Das erste was ich vom Prell sah, war ein harter frontside torqueslide 270°out mit dem er die gesamte Boden-Ledge durchmachte. Nebenbei bemerkt: Das
gute Stück ist an die acht Meter lang! Am grossen Rail ging auch ordentlich die Post ab wobei Steffi Minuth besonders auffiel. Beunruhigt stellten einige Jungs fest, dass ao farside pornstars revert farside souls und miszou shove acids genau wie ao farside souls inzwischen zu Steffis Standard-Tricks zählen. Der Bowl wurde unterdessen von der Okmonek-Posse gerippt die den ganzen Tag schwer damit beschäftigt waren ihre neue Clothing-Linie zu promoten. Etwas irritiert von der neuesten Errungenschaft der I-Punkt-Halle; einer riesigen Wall am Bowl (etwa zwanzig Meter hoch); die von einer
lokalen Skateboardgrösse verbroch......äh, vorbildlich erstellt worden ist, wurden dann auch hier harte switch-ups gefahren. Die Barani-Jungs aus Hannover kurvten mit Style durch den Bowl und Anneke Winter machte topside makios über die Hip und bs fulltorque in die Corners während R2S-Head Jonn Rübcke Flyer Marke XX-Large für den X-Mas Contest am 20. Dezember in Hamburg verteilte. Bald schien man sich genug aufgewärmt zu haben und es wurde beschlossen streetfahren zu gehen.

Nachdem klar war wo’s hingehen sollte und das der Spot mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schlecht zu erreichen sein würde, wurden Fahrgemeinschaften klar gemacht. Die Entscheidung zur Schule in Begedorf zu fahren, schien aber nicht auf allgemeine Begeisterung zu stossen. Einige wollten unbedingt zur Color-Line-Arena und waren auch nicht davon abzubringen, obwohl dort aufgrund eines Boxkampfes möglicherweise nicht lange hätte geskatet werden könnte. Den meisten war es zu unsicher, durch die ganze Stadt zum Stadion zu fahren und dann dort wegen zu vielen Leuten oder pflichtbewussten Securitys gleich wieder abhauen zu müssen. Also trennte man sich und die Leute die nach Bergedorf wollten schlossen sich dem Hamburger Local Paddy Gruhle an, der den Navigator machte. „Weil ich der Homie bin, der die ganzen Spots kennt!“ Die Fahrt nach Bergedorf war dank vieler roter Ampeln dann auch nicht ganz unkompliziert, so das einige dann per Telefon die Wegbeschreibung weitergeben mussten. „Oh, drei Anrufe in Abwesenheit!“

Nachdem alle da waren ging‘s dann vorbei an einem seeeehr anspruchsvollen Beton-Skatepark aufs Schulgelände zum Skatespot. Dieser bestand in der Hauptsache aus einem etwa vier Meter langem schwach abfallenden Rail, welches auf der einen Seite nur an der Anfahrt ein paar flache Stufen hatte. Auf der anderen Seite befand
sich eine Auffahrt für Rollstühle oder ähnliches, welche die selbe Länge wie das Rail hatte. Alles also sehr behindertengerecht und aufgrund nicht allzu großer Höhe gut anzuspringen. Genau richtig für die Rollerblader! Schnell nochmal gewachst und schon konnte sich eingefahren werden. Als die Session begann, kamen dann auch die Leute
an, die zum Stadion gefahren waren und berichteten von einem Boxkampf der dort wohl abends stattfinden sollte und von Absperrgittern und Polizei und ganz vielen Leuten und Security und....Aber zurück zum wesentlichen. Am Rail wurde inzwischen ordentlich gerippt. Mark Stamer machte bs royal to reverse pornstar 360° off, und backslide to
reverse farside soul 360°off und hatte später bei true far die pornstars ein paar ganz schön heftige Bails. Dominik Wagner fuhr seine royales wahlweise to reverse farside acid und farside makio gerne auch 360° off. Daniel Prell grindete alley-oup farside miszou, allem möglichen verrückten Mist to backside savannah und kranken pornstar Variations, natürlich alles mit einem vollen Off-Spin. Na mindestens! Inzwischen hatten Gagi und ein anderer entdeckt, daß das auf einer runden Mauer befestigte Curverail das
neben dem eigentlichen Spot lag über eine kleine Bank angesprungen werden konnte und probierten das ausführlich aus. Gagi mit royales und der andere Kollege mit farside miszous und fulltorques. Dazu kam, daß das Rail nach der Curve noch kinked einem Dreier-Set folgte. Wer das Teil also durchmachen wollte musste schnell anfahren und ein Gefühl für die Kurve entwickeln. Nach und nach interessierten sich immer mehr Skater für dieses Obstacle und es wurden nun beide Rails parallel gefahren. Mister Easy-Off-Spin konnte dann auch bald nicht mehr mitansehen, wie sich sein Kamerad am Curverail abmühte: „Hey Gagi, was stellst du dich‘n so an!“ Nach dem sechsten Versuch war das Teil dann gekillt! Prell nahm Glückwünsche entgegen allerdings nicht ohne über seine Mook-Frame zu lästern, die ihn auf dem stark gewachsten, dünnen Rail oft auslocken ließ. Mark Stamer machte dann noch ein paar backside royales ganz durch und Prell seine royales. Später stand auch Gagi das Teil souverän mit royale.

Währenddessen gab sich Matt Ogger farside soul true farside soyale Variations, backside fulltorques und backside torqueslides an dem geraden Rail. Das runde Rail wurde dann bald wieder uninteressant und man befasste sich damit das Kleine zur Abwechslung mal hochzugrinden. Prell hatte dies schon über den Tag mit royales und fulltorques getan und probierte jetzt an alley oup farside miszous und backside torquslides. Einige Jungs machten dann ebenfalls backside fulltorques und farside souls sowie true farside soyales und pornstars. So langsam wurde es wegen der untergehenden Sonne deutlich kühler und so hörte man immer mehr Leute jammern, die zurück zur Halle wollten! Einige klagten auch über ein starkes Hungergefühl . Kein Wunder wenn man die ganze Zeit nichts anderes zu sich nimmt als THC und
Apfelschorle! Man brach dann auf wobei sich die Gruppe wieder trennte. Einige fuhren zurück zur Halle und der harte Kern beschloß die Session am Gymnasium in Lohbrügge fortzusetzen. Da die Crowd von verschiedenen Parkplätzen startete wurde sich an der Esso Tankstelle in der Nachbarschaft getroffen. Zunehmende Dunkelheit und weiter fallende Aussentemperatur machte aber schnell alle Pläne zunichte und man fuhr geschlossen zur Halle, die gegen Abend von Grindhouse angemietet worden war. Paddy führte die Kolonne wieder an. O-Ton zu seiner verbeulten Karre: „Da wollte einer zu `ner Nutte und hat mich nicht gesehen!“
Zurück in der Halle wurden dann gegen 20 Uhr die Boarder freundlichst selbiger verwiesen und die Session konnte beginnen. Herr Prell fuhr aus lauter Übermut alle seine Tricks fakie an und machte so am Handrail inspin backside backslide und laborierte später an fullcab farside pornstar. Matt Ogger hatte sichtlich Spaß bei fakie toe-pick 450° to cessslide am Roll-In und backside fastslide sowie backside torqueslide um die Bowlcorners. Der Hamburger Studie Marc Stamer schockte mit 450° royales am Rail, die er gerüchteweise auch 270° off drehte, was die gesamte Halle zu Begeisterungsstürmen hinriss. Hätte das sein Prof gesehen, Mark hätte schon den ersten Schein! Oder wie Der Powell in Berlin so treffend zu bemerken wusste: „That guy‘s crazy, man!“ Im Bowl haute Friederike Reisch den Jungs ihre truespin souls um die Ohren! Applause! Den ganzen Abend verlagerte sich das Geschehen abwechselnd auf verschiedene Obstacles um die sich dann auch jeweils die nach harten Aktionen geifernde Fotografenmeute versammelte. Gegen Ende wurds noch mal richtig lustig
als der Stamer und der Wagner sich mit monstermässigen Wallrides im Bowl die Kante gaben. Exterm heftig!! Zur allgemeinen Überraschung wurden dann aber alle schon gegen 22 Uhr aus der Halle gefegt. Einige planten noch den Abend auf dem Kiez, wobei die meisten Zugereisten nicht glauben konnten, daß man dort ausser den Abgründen des menschlichen Daseins eigentlich nichts geboten bekommt! Einige wollten ihre eigenen Erfahrungen machen und schlugen sich die Nacht zwischen Junkies, billigen Nutten und gewaltbereiten Zuhältern um die Ohren.

Der Tourstop war auf jeden Fall ein voller Erfolg und wer Abends die Halle verließ und den Tag Revue passieren ließ, stellte beeindruckt fest: -Die Bude war so
richtig voll!!-

Auch Aussenstehende fanden Gefallen an dem bunten Treiben! Hier ein
paar Gedanken der Weltkriegsgeneration:

„Kiek mol, Herbert! De Jungens föhrt dor midde Rollschuh op den
Gelenner rum! Döff de dat? Oh, de mokt ok Filmopnohmen!“ – „Minsch
Gerda! Wittst du denn gonnix? Dat sünn doch Rollerblöder“!!

© Christoph Böttcher