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In England ist keine Ecke nicht videoüberwacht.


Stadtwappen von Liverpool


Carl Hills parallel grab 360°


540° Katie Ketchum


Paul Crook Backside backslide


Zack Whitelaw backside torqueslide


720° Flatspin Chaz Sands


Laura Howson top porn


Gleich kommen die Beatles


Die Säule ist ja super gestrichen!


Dave Bell und Arlo Eisenberg


Ein Life+ 2 Fan schrieb dies


Das Publikum wartet auf "Face the music"


Roces Video Weltpremiere


Oli Short und seine Freundin


Olis Jeans sind NOCH enger als die seiner Freundin!


Rachard Johnson representing Franco Shade









SlammJamm05

Der SlammJamm in Liverpool ist neben dem N.A.S.S. Event einer der grössten Contests in England. Nun schon im siebten Jahr lädt Empires Dave Bell in die Stadt der Beatles um dieses riesige Event zu feiern.

Die Einladung stand schon seit langem und so machten wir uns Ende Oktober auf den Weg nach England.

Zu erfahren, dass man es sich in England als Schwarzfahrer aussuchen kann, ob man 1000 Pfund löhnt oder drei Monate in den Bau geht war fast noch beängstigender als die Tatsache mit zwei Endzwanzigern zu fliegen die sich seit 20 Jahren kennen.

Am Airport in Manchester mussten wir natürlich erstmal unseren Zug verpassen, was zur Folge hatte, dass wir ungefähr eine Stunde später in Liverpool waren, als vereinbart. Liverpools Bahnhof ist zwar nicht sehr gross, aber es reicht um sich darin hoffnungsvoll zu verirren... Wir hatten einfach nur vergessen das rechts und links in England ja genau umgekehrt sind.

Nach dieser mehr als chaotischen Anreise haben wir Dave dann endlich doch noch gefunden und auf gings zum Rampworx Skatepark. Dieser Park ist eine der grössten Skatehallen die ich je gesehen habe und die Jungs sind einfach ständig am umbauen und erweitern der Rampen. Schön auch zu sehen, dass es dort mehr Rolling Ads an den Wänden gibt als Skateboarding Banner.

Natürlich war schon halb England, Irland und Schottland am Start und es war einfach grossartig, sich in dieser riesigen Halle einzufahren, die ein unglaubliches Potenzial für Contests besitzt. Unzählige Transfermöglichkeiten und super pushende Transitions.

Sehr beeindruckend war, wie selbstverständlich da drüben Helm getragen wird. Die Jungs und Mädels haben eine regelrechte Helmkultur, die es in Deutschland so mit Sicherheit nicht gibt. Es gibt tausend Möglichkeiten einen Helm zu tragen. Hierzulande ist es immer noch cooler möglicherweise im Krankenhaus zu liegen, als einen Helm aufzusetzen.

Ian Robinson, einer der Besitzer vom Rampworx hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, die stupid Germans für ein Wochenende bei sich aufzunehmen, und so wurden wir abends in sein Auto geladen und auf gings mit Höchstgeschwindigkeit vorbei an diversen Strassenzollstellen in irgendeine Kleinstadt nahe den Aussenbezirken von Liverpool.

Am nächsten Morgen gings dann gleich in die Halle. Freenation Magazines "The Blighty Tour" sorgte dafür, dass am Samstag auch Rachard Johnson und Katie Ketchum zugegen waren. Ausserdem der Digital Messiah, der ein Wochenende vorher die LG - Games in Manchester moderiert hatte.

Am Samstag fand der Am - Contest statt. Das ganze war aufgeteilt in sechs Sessions an jeweils einem anderen Obstacle, an denen dann die jeweils fünf freshesten Tricks mit Stuff belohnt wurden. Ausserdem hatten die Starter dann später die Möglichkeit King - oder Queen Of The Jam zu werden, was gegen Ende des Tages ausgefahren wurde. Laura Huntley und Zack Whitelaw wurden dann schliesslich zu den Siegern erklärt. Alles in allem war an diesem Tag Session angesagt. Ziemlich beeindruckend war es zu sehen, wie viele Mädchen in England ernsthaft skaten. Bevor es dann für alle in Richtung Hotelzimmer ging, um sich auf die Party im Magnet vorzubereiten wurde noch We Are Valo gezeigt.

Wir fuhren dann mit Dave Bell ins Magnet um den Beamer für die Roces Face The Music Weltpremiere aufzubauen. Um später einen pannenfreien Ablauf garantieren zu können, waren wir so selbstlos und überprüften DVD und Beamer auf Funktion. Um die Zeit bis zur Party zu überbrücken gings in ein von Daves vielen Lieblingsrestaurants.

Die Party stieg dann gegen 22.00Uhr mit der Premiere des Roces Teamvideos. Face The Music ist ein der interessantesten Videos der letzten Zeit. Oli Shorts Part und die Clips von Alex Jones taten ihr übriges um die Stimmung anzuheizen. Und wenn nicht `ein paar´ Leute entdeckt hätten, dass die Jungs vom Magnet vergessen hatten das Fass von der Zapfanlage der unbesetzten Bar abzuklemmen, hätten sie an diesem Abend sicher einiges an Umsatz gemacht.

Der ebenfalls anwesende Arlo Eisenberg wirkte gegen Mitternacht etwas gestresst, als wirklich jeder betrunken genug war, um sich zu trauen ihn doof anzulabern und ihm Geschichten zu erzählen, die er sicher noch nie gehört hatte...

Die Zeitumstellung bescherte uns eine Stunde mehr Schlaf und so gings dann wieder pünktlich um neun wieder in Richtung Halle. Der Contest startete erst am späten Nachmittag. Etwa sechs Gruppen à zehn Leuten fuhren in Sessions um ins Finale zu kommen, was dann aus zwölf Skatern bestand. Natürlich gab es einige Leute die aus der Menge hervorstachen wie z.B. Alex Jones, der einfach jeden Trick wirken lässt, als wäre er nichts und der einfach mal die ganze Zeit lächelt beim skaten. Oliver Alexander John Short, der immer etwas länger braucht beim Autogramme schreiben, beeindruckte mit einem Drop In vom vier Meter hohen vertical Wallride to Transfer über einen Channel in die Spineramp und disaster 450° Backroyale an einer der Grindboxes. Ausserdem fuhr er wie gewohnt einige Tricks an Stellen, die nicht vielen Leuten auf Anhieb überhaupt zum skaten taugen... Sehr beeindruckend auch Guy Crawford und Frazer Watson. Frazer mit easy 900°s und Guy, welcher bewies, dass er so gut wie jeden Spin to Grind auch lockerst switch kann.

Einige nutzen die wackelige Quarter neben der Spineramp um Corkscrew 900°s und andere unmögliche Spins ins Flat der Rampe zu machen. Leon Humphries hatte wohl einen schlechten Tag und er stand nur die Hälfte seiner Tricks wirklich sicher. Auch nicht zu verachten war Joey Egan, Able und Razors Pro in England, welcher, obwohl das Rampworx nicht sein Homepark ist, mit unglaublicher Sicherheit und viel Kreativität den ganzen Park ausfuhr. Steve Swain versuchte dann irgendwann mehrmals einen Misty Flip über das Geländer einer seeehr hohen Quarter into Flat. Nick Lomax war der einzige, der die Balls hatte es auch zu versuchen. Steve hat dann schliesslich seine beiden hinteren Wheels abgefuckt und Nick musste weggetragen werden.

Die Quarter gehörte übrigens mal zu einer Halfpipe...

Am Ende machte es dann Vorjahressieger Chaz Sands. Chaz war während des ganzen Wochenende durch sehr sichere Tricks aufgefallen. Seine völlig kaputte rechte Hand zeugte ausserdem davon, dass er ziemlich gerippt haben musste. 450° Truespin Topsoyale und diverse Spin to Grinds sowie wirklich krasse Flips über die Deathboxen gingen auf sein Konto.

Zuletzt gabs noch eine bewegende Abschlussrede von Dave, der das ganze Wochenende sehr professionell die Veranstaltung moderiert hatte. Ich habe selten jemanden erlebt, der seine Liebe zum Rollerblading und was der Sport ihm bedeutet in so klare Worte fassen kann. Am Ende wurden sechs riesige Kartons mit free Stuff für die Kids auf die Ampore getragen und unter die Menge geworfen. Das war die beste Stimmung des ganzen Wochenendes! Und nicht nur deshalb, weil einige Leute natürlich wieder übertreiben musste und sich bis auf Blut um die Sachen prügelten.

Alles in allem wurden über das ganze Wochenende etwa 600 Besucher gezählt. Einige Leute, die schon mehrere Jahre nach Liverpool kommen, meinten, dass es noch nie so leer war. Auch im weltweit grössten Markt für Rollerblading mit der grössten Skateshopdichte pro Skater scheinen also die schlechten Zeiten angekommen zu sein.

Spass gemacht hat es aber auf jeden Fall! Rollerblading ist dort drüben schon etwas anders und es war sehr interessant dies einmal zu erleben.

Die folgenden Tage wurden wir von Ian in ein Hotel in der Innestadt eingemietet, was im nachhinein eine super Idee war, da wir Liverpool auch dadurch nocheinmal sehr gut kennenlernen konnten. Ich kann jedem nur ans Herz legen einmal mit dem Gedanken zu spielen diese Event zu besuchen, es lohnt sich auf jeden Fall! Die Menschen sind zwar nicht unbedingt besonders hübsch aber die Stadt macht es mit ihren Attraktionen wieder wett. In England sind übrigens alle staatlichen Einrichtungen wie Museen etc. eintrittsfrei!

We would like to thank Ian Robinson and Dave Bell for their great hospitality and everything they have done for us. We appreciated every single day beeing at yours! Thank you for the good times.

Fotos: Duncan Clarke, Kai Weise